Die Wismarer Wasserkunst

Wasserkunst Wismar

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Die Wismarer Wasserkunst

Es hat etwas gedauert, aber endlich ist mein erster Artikel für meinen Wismarblog fertig! Demnächst werde ich weitere Bilder posten. Viel Spaß beim Lesen!

Die schönste Sehenswürdigkeit und zugleich Wahrzeichen von Wismar ist die Wasserkunst. Sie steht auf dem Marktplatz, der mit 10.000 m², zu einem der größten Deutschlands gehört. Gebaut wurde sie nach den Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin.

Was ist die „Wasserkunst“?

Der Begriff „Wasserkunst“ bezeichnet ein mittelalterliches Schöpf- und Pumpwerk, mit dem man die Wasserversorgung der Stadt, durch Förderung, Hebung und Führung von Wasser sicherte.

Aufsicht über die Wasserkunst hatte der Kunstmeister.

Was waren die Aufgaben der Wasserkunst?

Wo vorher ein kleiner Brunnen genügte, musste mit wachsender Bevölkerungszahl etwas Größeres her. Die 1602 erbaute Wasserkunst war bis 1897 das zentrale Wasserreservoir von Wismar und diente der Stadtversorgung, mit Frischwasser.

220 Häuser und 16 öffentliche Schöpfstellen wurden von ihr mit Wasser versorgt.

Die Wasserkunst fungierte als zentrale Verteilerstelle, bei der das hölzerne Röhrenleitsystem des Wassers zusammenführte.

Wie funktionierte die Wasserversorgung von Wismar?

In den ersten Jahrhunderten nach der Stadtgründung versorgten sich die Wismarer Einwohner mit Trinkwasser aus einfachen Brunnen selber.

Ab ca. 1430 wurden Wasserträger und -fahrer eingesetzt, die bei Bedarf Wasser auslieferten.

Im 16. Jahrhundert fiel es in den Aufgabenbereich der Wismarer Stadtväter, die Wasserversorgung der Stadt zu sichern.

Dazu gehörtel nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern die Bereitstellung von Lösch- und Betriebswasser, Bewässerung der Wallgräben, Speisung der Wassermühlen und die Gartenbewässerung. Der Wasserbedarf von Wohn- und Arbeitsstätten musste gedeckt werden.

Mit wachsender Einwohnerzahl stieg der Bedarf nach Frischwasser, weshalb Techniken zur Wasserspeicherung, -transport und -verteilung entwickelt wurden.

1563 erbaute man auf dem Marktplatz einen hölzernen Laufbrunnen, über dem zwischen 1579 und 1602 die Wasserkunst errichtet wurde.

1897 stellte die Wasserkunst ihren Betrieb ein.

Wo kam das Wasser her?

Die Wasserkunst speiste zerst der Mühlenteich.

1570 leitete man das erste Wasser von der Metelsdorfer Quelle, südlich von Wismar, ab. Durch Holzrohre floss es in ein Sammelbecken, einen hölzernen Brunnen in der Altwismarstraße.

Ab 1602 diente die Wasserkunst der Wasserversorgung von der Metelsdorfer Quelle.

Mit dem Bau des neuen Wasserturms, wurde ab 1682 die Stadt von einem Wassergemisch von Mühlenteich und Metelsdorfer Quelle versorgt.

Die Wasserkunst als Prestigeobjekt?

Wasserkünste wurden im Mittelalter an zentralen Punkten der Städte errichtet. Gerne setzten Stadtveranwortliche diese als Prestigeobjekt an Ort und Stelle. Deshalb wurden sie besonders kunstvoll gestaltet. Einige Landesherren sahen darin eine Gelegenheit, sich selber ein Denkmal zu setzen.

Für die Bürger waren die Brunnen Wasserlieferanten und Kommunikationsstelle. Dort erfuhr man den aktuellen Tratsch. Ob von der eigenen Stadt oder Nachbarstädten, man vernahm und verbreitete Neuigkeiten.

Weiter geht es zum Streitpunkt Wasserkunst – Zum Nutze oder zur Zier?

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserkunst_Wismar

Bernd Herrmann, Christine Dahlke (Hg.): Schauplätze der Umweltgeschichte Werkstattbericht, Graduiertenkolleg 1024 Interdisziplinäre Umweltgeschichte, Universitätsverlag Göttingen 2008, s.195-197.

Friedrich Techen: Die Wismarsche Wasserkunst und Meister Heinrich Dammert. In: Mitteilungen des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. 1919, S. 60–67.

Das schöne Detail: Architekturdetails Wismars von der Gotik bis zum 20. Jh. Hg. Vom Rat der Stadt Wismar. Abteilung Kultur. Wismar, 1989. S.34-35.

Siegfried Berndt: Von Wismars Wasserkünsten. In: Wismarer Beiträge; Heft 8. Hanse Druck, Wismar, 1992, S. 5-11.

 

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Ein Gedanke zu “Die Wismarer Wasserkunst

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